Home Info & Hilfe diverse Infos (Sammlung) Co-Abhängigkeit

Was ist Co-Abhänigkeit?

Co-Abhängigkeit ist ein Begriff, der zunächst in Bezug auf Angehörige und Freunde von Drogensüchtigen geprägt wurde. Er wurde inzwischen auf alle Bereiche der Sucht übertragen. Co-Abhängigkeit ist eine eigenständige "Krankheit", die eben diese Personenkreise (Partner, eigene Kinder, Freunde, Arbeitskollegen etc.) befallen kann.

 

Co-Abhängigkeit entsteht, wenn man
  • die Verantwortung ganz oder teilweise für einen Abhängigen übernehmen will.
  • das Verhalten des Abhängigen in Schutz nehmen und Verständnis dafür wecken will.
  • den Abhängigen entlasten will, indem man ihn z.B. finanziell entlastet und unterstützt.
  • versucht, Kontrolle über das Suchtverhalten des Anderen zu erhalten (Geld verstecken, beobachten, Kontroll-Anrufe etc.).
  • ein sog. "Helfersyndrom" entwickelt, d.h. seine gesamte Energie (emotional wie materiell) investiert, um einem Abhängigen zu helfen.
  • selbst an Minderwertigkeits-Gefühlen leidet und sich zur Abwehr dieser dem Abhängigen überlegen fühlt oder durch die eigenen Hilfeleistungen Anerkennung und Bestätigung erfahren will.
  • selbst seine Gefühle über die Abhängigkeit des Anderen verleugnet (sich selbst, dem Abhängigen und Anderen gegenüber).

Die Folgen einer Co-Abhängigkeit können dramatisch sein:

  • Personen in Co-Abhängigkeit können, wie oben erwähnt, ein "Helfersyndrom" entwickeln und sich dabei selbst in den finaziellen Ruin stürzen.
  • Die Co-Abhängigkeit kann sich selbst zu einer Art Sucht entwickeln. Je schlechter es dem Abhängigen geht, umso intensiver werden die Bemühungen, ihm zu helfen. Man kann nicht aufhören, um nicht zu riskieren, dass Ansehen und Ruf des Betroffenen aber auch der eigene darunter leiden.
  • Wie der Süchtige selbst erfindet man Lügengeschichten und flüchtet sich in eine Scheinwelt, um nach außen die Abhängigkeit des Betroffenen zu verheimlichen.
  • Die Co-Abhängigkeit ist eine psychsomatische Krankheit, die auch körperliche Auswirkungen haben kann wie Burnout, Adipositas (Fettsucht), Migräne, Magersucht, Angstneurosen und viele mehr. (vgl. dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit)
  • Wird die Co-Abhängigkeit nicht erkannt und therapiert, gehen nicht wenige der Betroffenen an den Folgen zu Grunde oder suchen ihren letzten Ausweg im Suizid.

Was sollte der Co-Abhängige tun?

Auch für Co-Abhängige gibt es Beratungsstellen, teilweise direkt bei der Suchtberatung oder in eigenen Institutionen. Wenn man bei sich Anzeichen einer Co-Abhängigkeit entdeckt, sollte man umgehend eine dieser Stellen aufsuchen. Ebenso gibt es Selbsthilfegruppen für Co-Abhängige, die in vielen Fällen eine erfolgversprechende Anlaufstelle für Betroffene sind.

Adressen im Internet gibt es hier.

 

Selbsthilfegruppe
der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle Kempten des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e.V.
für pathologische Glücksspieler

Tel.: 0831 - 25019

Wann & wo?

jeden Sonntag 18-20 Uhr
Linggstr.4, Kempten

Mitglied im
Arbeitskreis "Sucht" - Kempten
ak-sucht.shg-kempten.de

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