Also doch!
Das Magazin "Spiegel" berichtet über ein wissenschaftliches Experiment (zum Bericht), das auf Folgendes schließen lässt:
Die Programmierer von Programmen für Geldspielautomaten haben es scheinbar eindeutig auf Spielsüchtige als Zielgruppe abgesehen. Die Programme sind so geschrieben, dass für Nicht-Abhängige eher keine erhöhte Attraktivität zum Weiterspielen besteht; Spielsüchtige hingegen erhalten einen immer wiederkehrenden Anreiz.
Dies ist die Konsequenz aus dem Ergebnis einer Untersuchung der Universität Cambridge. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das für Suchtverhalten maßgeblich beteiligte Belohnungssystem des Gehirns bei Spielern und Nicht(abhängigen)-Spielern im Fall eines Gewinnbildes am Geldspielautomaten gleichermaßen aktiviert wird und es zu einer erhöhten Dopamin-Ausschüttung kommt.
Bei Walzenstellungen, die kein mögliches Gewinnbild beinhalten, wird bei beiden Spielergruppen kaum Dopamin ausgeschüttet.
Der entscheidende Unterschied zwischen pathologisch Spielsüchtigen und 'normalen', gesunden Spielern wird jedoch deutlich bei Walzenstellungen am Geldspielgerät, die beinahe einen Gewinn bedeuten (z.B. X|7|7|7|7 , 7|7|X|7|7 oder ähnliche Symbolkonstellationen): Hier zeigten die abhängigen Spieler wie bei einem tatsächlichen Gewinn eine erhöhte Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Bei gesunden Menschen regte sich hingegen nichts.
Jeder, der schon Erfahrungen an Geldspielgeräten gemacht hat, weiß, wie sich im Laufe eines Spiels diese Art von Beinahe-Gewinnen häuft. Je länger man das Programm laufen lässt, um so häufiger kommt es zu diesen Symbolanordnungen. Warum ist das wohl so?
Es lässt sich nur ein Schluss daraus ziehen: Die Geräte, die unter dem Vorwand, sie seien rein zum Vergnügen gedacht, programmiert werden, sollen gezielt die Spielsüchtigen dazu animieren, nicht mit dem Spielen aufzuhören. Nicht-Abhängige sollen dazu gebracht werden, ihren Versuch zu gewinnen möglichst schnell aufzugeben und das Interesse verlieren.
In meinen Augen ein Fall für die Glücksspielkommissionen der zustänigen Behörden!
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