Spielsucht als Krankheit spielt in der öffentlichen Diskussion um das Thema Sucht noch immer eine eher untergeordnete Rolle. Erst seit kurzer Zeit hat man (an-)erkannt, dass es sich um eine ebenso ernstzunehmende Krankheit handelt wie Alkohholabhängigkeit, Bulimie oder Ähnliches.
Im Gegensatz zu sog. "stoffabhängigen" Süchten (Heroin, Kokain Medikamente, Alkohol usw.) herrscht beim pathologischen Glücksspieler keine körperliche Abhängigkeit.
Hingegen äußert sich die Spielsucht in einer Reihe von seelischen Abhängigkeiten, die den Betroffenen fest im Griff haben. Spieler sind oft nur mit sich und ihrer Suchtbefriedigung beschäftigt. Sie stürzen sich in ein Leben voller Lügen, sei es um an Geld zu kommen oder um ihre Sucht zu verheimlichen. Permanent ist ein Spieler darum bemüht, Alibis für seine Spiel-Eskapaden zu finden.
Die Folgen für einen Spieler sind meist dramatisch:
- Verlust der Lebensqualität
- Verlust des Vertrauens in seinem persönlichen Umfelds
- Verlust des Freundeskreises
- Verlust des finanziellen Vermögens bis hin zur Verschuldung
- Verlust des Arbeitsplatzes
- Verlust der Selbstachtung
- Probleme in Beziehung und Familie
- Abrutschen in die Kriminalität zur Geldbeschaffung
- Depressionen
- Suizidgefahr
- . . .
Oft geht die Glücksspielsucht einher mit anderen psychischen Störungen oder ist deren Folge.
Ein Ausstieg aus dem Teufelskreis des Spielens ist schwierig und ohne Hilfe von Außerhalb in der Regel nicht möglich. Therapeutische Maßnahmen (stationär oder ambulant) sind eine reelle Chance für einen Neuanfang. Natürlich kann eine solche Maßnahme keinen Erfolg garantieren. Die Rückfallquote von Spielern, die bereits eine Therapie absolviert haben, ist relativ hoch. Dies ist aber kein Grund sich gegen eine Therapie zu entscheiden. Denn auch wenn die Gefahr eines Rückfalls besteht, gelingt es Spielern, die bereits therapiert wurden, in der Regel einfacher, wieder in einen spielfreien Alltag zurückzufinden.
Hilfe erhalten Betroffene, aber auch deren Angehörige, bei diversen Beratungsstellen, bei Psychologen, Psychotherapeuten oder dem Hausarzt.
Adressen, an die man sich wenden kann, findet man hier!
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